PEKAM Pensionskassenverwaltung Aargau
 
   

     

 

 

 

 



 

News

>> «20 Jahre PEKAM AG» (23. Juni 2017)

Dieses Jahr feierte die PEKAM AG ihr 20 jähriges Bestehen. Die PEKAM AG nahm dieses Jubiläum zum Anlass, um mit Geschäftspartnern und Kunden am 23. Juni 2017 im Gottlieb Duttweiler Institut und im festlichen Rahmen mit ausgewählten Rednern zusammen zukommen. Hierbei wurden nicht nur aktuelle pensionskassenrelevante Herausforderungen angesprochen, sondern auch zukunftsgerichtete Themen wie Digitalisierung oder Cyber Security.

Christoph Haller Christoph Haller, Verwaltungspräsident der PEKAM AG, begrüsste die Teilnehmer nach einem kurzen Apéro. In seiner Ansprache ging er auf die Geschichte und Entwicklung der PEKAM AG seit ihrer Gründung ein. Die Firma Holcim hatte sich dazumal entschlossen, die Pensionskassenverwaltung, welche mit der zunehmenden Regulierung immer anspruchs-voller wurde, mit einer eigenständigen Unternehmung zu führen und auch anderen Unternehmungen diese Dienstleistung anzubieten. In der Zwischenzeit bietet die PEKAM AG für diverse Unternehmungen Dienstleistungen in der beruflichen Vorsorge an.
Aktuell beschäftigt die PEKAM AG 10 Mitarbeitende, welche sicherstellen, dass die Geschäftsführung, Anlageberatung und Stiftungsbuchhaltung der Pensionskassen zuverlässig, kompetent und verantwortungsbewusst erledigt werden. Als grosse Herausforderung sieht Christoph Haller die auf uns zukommende Digitalisierung, welche auch im Bereich der beruflichen Vorsorge Veränderungen und Chancen ergeben wird.

Bosshart Im Anschluss daran zeigte Dr. David Bosshart, CEO GDI, mit einem interessanten Vortrag auf, wie sich Wirtschaft und Gesellschaft in den kommenden Jahren verändern werden.


Kissmann Der offizielle Teil der Jubiläums-veranstaltung wurde mit einer abwechslungsreichen Rede von Uwe Kissmann, Managing Director, Cyber Security Services Accenture AG, über die Gefahren eines Cyber Angriffes und Schutzmöglichkeiten bezüglich Cyber Security beendet. Ein Auftritt des Comedy Duos „Sutter & Pfändler“ nach dem Abendessen rundete ein abwechslungsreiches Programm ab. Es war ein gelungener Anlass, welcher den Teilnehmern die Gelegenheit bot, sich in einem ungezwungenen Umfeld über diverse Themen austauschen zu können. Es bleibt ein Dankeschön an unsere Kunden auszusprechen, welche es der PEKAM AG ermöglicht haben, im Bereich der beruflichen Vorsorge über 20 Jahre erfolgreich zu sein.

 
 

News-Archiv

>> Ausbildungsveranstaltung Stiftungsräte vom 18.06.2015

L. Rohner, Geschäftsführer PEKAM AG, begrüsste die Teilnehmer am 18.06.2015 zur 19. Ausbildungsveranstaltung. Die diesjährige Tagung befasste sich mit den Schwerpunktthemen „Altersvorsorge 2020“, „Verantwortlichkeitsrisiken für den Stiftungsrat“ und „Negative Renditen“.

N. Jung, Eidg. Dipl. Pensionsversicherungsexperte, Swisscanto Vorsorge, zeigte in der Präsentation „Altersvorsorge 2020“ die geplanten Reformen bei der 1. und 2. Säule auf. Der Reformbedarf ist unbestritten, jedoch gibt es stark unterschiedliche Vorstellungen über den Weg (Beitragserhöhung versus Leistungssenkung). Es herrscht weitgehend Konsens über die Notwendigkeit und Zielsetzung der Reform. Diese sind:

  • Niveau der Altersrente soll erhalten bleiben
  • Finanzierung der Altersvorsorge soll gesichert werden
  • 1. und 2. Säule sollen gleichzeitig reformiert werden

Die Stossrichtung der Reform ist bestätigt und wird beibehalten. Der Bundesrat bestätigt die zentralen Elemente (Referenzalter 65/65 mit Flexibilisierung; Anpassung Mindest-umwandlungssatz BVG mit Kompensationsmassnahmen; Zusatzfinanzierung AHV über Mehrwertsteuer; Interventionsmechanismus für die AHV).

A. Egli, Revisionsexperte, Leiter BVG, Balmer-Etienne AG, ging in seinem Referat auf das Thema „Verantwortlichkeitsrisiken für den Stiftungsrat“ ein und beleuchtete folgende Gebiete:

  • Haftungsvoraussetzungen
  • Aufgaben und Risikoausprägung für den Stiftungsrat
  • Kritische Bereiche
  • Organhaftpflichtversicherung und Schlussfolgerungen

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass das Risiko für den Stiftungsrat klein ist, falls keine mutmassliche Pflicht- und Gesetzesverletzung vorliegt.

Dr. R. Seiz, Lehrbeauftragter Universität St. Gallen, CEO Finreon AG, ging in seinem Referat auf das Thema „Negative Renditen: was sind die Handlungsoptionen?“ ein. Die Tatsache, dass sich die Märkte in einer Ausnahmesituation befinden und es keinen risikolosen Cash-Ersatz gibt, ist die aktuelle Herausforderung. In diesem Umfeld äusserte sich der Referent zu den folgenden Themen:

  • Strategische Überlegungen
  • Renditeoptimierung
  • Risikomanagement

Als zielführende Massnahme gilt insbesondere das regelmässige antizyklische Rebalancing. Die Portfolio Rendite kann dadurch substantiell verbessert werden, da Klumpenrisiken und Blasenbildung weitgehend vermieden werden.

 

>> Ausbildungsveranstaltung Stiftungsräte vom 13.06.2014

L. Rohner, Geschäftsführer PEKAM AG, begrüsste die Teilnehmer am 13.06.2014 zur 18. Ausbildungsveranstaltung. Die diesjährige Tagung befasste sich mit dem erweiterten Sachverhalt über „Pension Fund Governance“. Unter diesem Begriff ist eine verantwortliche, transparente und auf das langfristige Vertrauen der Versicherten und allen weiteren involvierten Kreise ausgerichtete Führung und Kontrolle einer Pensionskasse zu verstehen. Im Zentrum stehen Massnahmen zur Gestaltung, Überwachung und Steuerung der Geschäftstätigkeiten.

B. Purtschert, Leiter Kompetenzzentrum Berufliche Vorsorge BDO AG, zeigte in der Präsentation „Die 10 Gebote für den Stiftungsrat“ anschaulich auf, wie die Sorgfaltspflichten konkret anzugehen sind und wie die Risiken eingegrenzt werden können. Gute Führung braucht zweifellos durchdachte Strukturen und Prozesse; ihr eigentliches Qualitätsmerkmal ist aber die Art und Weise, wie im täglichen Geschäft mit den Elementen Führungsbereitschaft und Führungsfähigkeit umgegangen wird. Die dargelegte Hilfestellung erleichtert dem Stiftungsrat, seine Aufgaben verantwortungsbewusst zu erfüllen und sie als interessant und bereichernd zu erleben.

Dr. R. Baumann, Partner c-alm AG, setzte sich im 2. Themenblock mit den in letzter Zeit kontrovers diskutierten Vermögensverwaltungskosten (TER; Total Expense Ratio) bei Pensionskassen auseinander. Die Fragestellung lautete, welche Vermögensverwaltungskosten als angemessen betrachtet werden können. Das Thema war von besonderem Interesse, da die Pensionskassen mit dem Jahresabschluss per 31.12.2013 erstmals die TER-Werte separat ausweisen und verbuchen mussten. Die Vermögensverwaltungskosten errechnen sich aus der Multiplikation der TER-Kostenquote mit dem investierten Vermögen per Bilanzstichtag. Gemäss Umfrage der ASIP betragen die Kosten in der Schweiz im Durchschnitt 0.43% (im Verhältnis zu den transparenten Anlagen). Dabei können 98.6% der Anlagen als transparent eingestuft werden.

Weil Pensionskassen zahlreichen Risiken ausgesetzt sind, existiert eine Vielzahl von Risikokennzahlen zur finanziellen Lage, zur strukturellen Risikofähigkeit und zum finanziellen Gleichgewicht. Dr. B. Ambrosini, Vorsorgeexperte Libera AG, zeigte auf, welche Risikokennzahlen sich für eine praxistaugliche Risikobeurteilung besonders qualifizieren und stellte diese in kompakter Form vor. Die Stiftungsräte zeigten sich erleichtert, nun über ein griffiges und verständliches Führungsinstrument zu verfügen. Denn es ist klar, dass die Beurteilung einer Pensionskasse alleine auf der Basis des in der Jahresrechnung ausgewiesenen Deckungsgrads und der Wertschwankungsreserve unvollständig bis irreführend ist.

 

>> Ausbildungsveranstaltung Stiftungsräte vom 28. Juni 2013

Am 28. Juni 2013 fand die diesjährige Ausbildungsveranstaltung für Stiftungsräte statt. Im ersten Teil zeigte Dr. Chr. Plüss, eidg. dipl. Pensionsversicherungsexperte, wie eine differenzierte und aussagkräftige Risikobeurteilung einer Pensionskasse vorgenommen werden kann. Die Teilnehmer zeigten sich sehr interessiert, denn die bisherige Praxis zur Überprüfung der Risikofähigkeit konnte nicht in allen Teilen überzeugen. Die Beurteilung orientierte sich bis dato primär am Deckungsgrad gemäss Art. 44 BVV2. Der Deckungsgrad ist jedoch wegen unterschiedlicher technischer Grundlagen und Zinsannahmen nicht aussagekräftig und sagt überdies nichts über das finanzielle und strukturelle Risikoprofil der Kasse aus. Die von Dr. Chr. Plüss dargelegte Analyse basiert auf Kennzahlen, welche aus der Jahresrechnung (Swiss GAP FER 26) abgeleitet werden. Sie geben Aufschluss über die strukturellen Stärken und Schwächen der Vorsorgeeinrichtung. Ebenfalls zeigen sie in der Auswertung den Handlungsbedarf, damit wirkungsvolle und zielgerichtete Massnahmen durchgeführt werden können.

Dr. Chr. Bührer zeigte im 2. Teil, wie in einem kontinuierlichen Prozess erfolgsorientierte Anlagekonzepte entwickelt und implementiert werden können. Dabei bleibt die Asset Allokation ein wesentlicher Treiber für die Rendite in einem diversifizierten Portfolio. Systematische, modellbasierte Entscheide können wichtige Wendepunkte in den Märkten erkennen und erzielen eine Mehrrendite gegenüber der Benchmark. Dr. Chr. Bührer zeigte in seinem Referat, wie sich die gesteuerten Portfolios gegenüber gängigen BVG Indices konkret in verschiedenen Zeitperioden verhalten haben.

Im 3. Block ging es um neue Perspektiven für Anlagen im Niedrigzinsumfeld. Die niedrigen Zinsen verunmöglichen es den Vorsorgeeinrichtungen seit einigen Jahren, ihre notwendigen Zielrenditen zu erreichen. Als Alternative zu Obligationen stellte R. Lustenberger die Anlagekategorie Senior Secured Loans (SSL) vor. SSL sind nicht börsennotierte Darlehen an Unternehmen. Die Vorteile der SSL sind attraktive Verzinsung, kurze Duration, geringe Korrelation sowie nachhaltige Kreditsicherheiten (Immobilien, Maschinen etc.) und eine erstrangige Bedienung im Insolvenzfall. Nach Ansicht der Teilnehmer bietet die Anlageklasse attraktive Elemente. Eine vertiefte Überprüfung dieser Anlageform ist deshalb angezeigt.

 

>> Ausbildungsveranstaltung Stiftungsräte vom 15. Juni 2012

Die Ausbildungsveranstaltung für Stiftungsräte fand am 15. Juni 2012 statt. Es standen die Themenblöcke Risikomanagement und Strukturreform im Vordergrund. Im dritten Teil beschäftigten sich die Teilnehmer mit erfolgsversprechenden Anlageideen. Im Teil Strukturreform behandelte Chr. Ryter, eidg. dipl. Pensionsversicherungs-experte, die massgebenden Aspekte der Pension Governance. Im Wesentlichen geht es dabei um Massnahmen zur Gestaltung, Überwachung und Steuerung der Geschäftstätigkeiten aller Beteiligten in einer Vorsorgeeinrichtung mit dem Ziel, die langfristigen finanziellen Interessen der Versicherten verantwortungsbewusst, effizient und effektiv wahrzunehmen. Die Stiftungsräte sind angehalten, die massgebenden Governance Bestimmungen in den Regularien vorzusehen und rechtzeitig in Kraft zu setzen. In der Diskussion zeigte sich, dass die Teilnehmer vom Gesetzgeber tendenziell weniger Regulierungen wünschten. Das eigen-verantwortliche, fachmännische Handeln des obersten Organs sollte einen deutlich höheren Stellenwert bekommen.

Im Themenbereich Risikomanagement zeigten S. Demaré und St. Burth auf, wie ein ertrags- und risikoorientierter Ansatz erfolgreich kombiniert werden kann.
m Zuge marktwirtschaftlicher Veränderungen besteht bei Pensionskassen zunehmend der Anspruch, das Vermögen auf lange Sicht vor Markt-, Kredit- oder Inflationsrisiken zu schützen und es gleichzeitig gewinnbringend zu investieren. Es wurde anschaulich dargelegt, dass Risiko und Rendite zwei nicht trennbare Teile der Vermögensverwaltung sind. Allerdings sind Renditen schwierig zu kontrollieren, währenddem Risiken durch Investment Strategien, durchdachte Prozesse, Kontrollen und Reporting verhältnismässig einfach gesteuert werden können.

Im 3. Block hatten T. Trinh und Dr. S. Schubert (Bank Vontobel) die nicht einfache Aufgabe, erfolgsversprechende Anlagen mit einem optimalen Rendite-/Risikoverhältnis zu empfehlen. Zielführende Investitionsmöglichkeiten werden seitens Vontobel nach wie vor in den Schwellenländern gesehen. Konkret stehen insbesondere Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen im Vordergrund. Angesicht der Schwierigkeiten, mit denen sich die westlichen Länder herum-schlagen - beispielsweise desolate Staatsfinanzen und Überalterung der Bevölkerung - erscheinen Schwellenländer geradezu als Hort wirtschaftlicher Solidität. Zudem können die Zentralbanken dieser Regionen auf eine Konjunkturabschwächung mit Zinssenkungen reagieren - eine Situation, die in westlichen Ländern nicht mehr gegeben ist.  

 

>> Ausbildungsveranstaltung Stiftungsräte vom 17. Juni 2011

Am 17. Juni fand die diesjährige Ausbildungsveranstaltung für Stiftungsräte statt. Zu diesem Anlass wurden wie in den vorangegangenen Jahren alle Stiftungsräte der PEKAM-Vorsorgestiftungen eingeladen.

Ein Diskussionsschwerpunkt bildete die Behandlung der neuen technischen Grundlagen BVG 2010. Den Pensionskassen stehen neben den Periodentafeln nun auch Generationentafeln zur Verfügung. Der Stiftungsrat hat zu entscheiden, welche Grundlagen für die Bilanzierung der Vorsorgeverpflichtungen und für die Festlegung der reglementarischen Beiträge und Leistungen verwendet werden sollen. Alle PEKAM-Vorsorgestiftungen verwenden bis dato Periodentafeln. Der Referent, Dr. B. Ambrosini , LCP Libera AG, sowie die meisten Seminarteilnehmer sind sich einig, dass die Verwendung der Generationentafeln in den nächsten Jahren – analog zu anderen Ländern – stark zunehmen wird.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden die zahlreichen Herausforderungen im Anlagebereich thematisiert. Während dem Dr. B. Zaborowski, Wüst und Partner, den Immobilienmarkt analysierte und Aussagen über mögliche Entwicklungen machte, zeigte Dr. W. Leimer, WMPartners, wie durch aktive Steuerung der taktischen Vermögensallokationen Mehrwerte erzielt werden könnten. Die Anlagen in Immobilien machen bei den meisten PEKAM-Vorsorgekassen rund einen Drittel des Vermögens aus. Dieser hohe Anteil Immobilienanlagen hat in den letzten Jahren das Rendite-/Risikoverhältnis klar stabilisiert. Der angeregten Diskussion war zu entnehmen, dass die Stiftungsräte ein Hang zu Realwert-anlagen haben und die Anlagekategorie Immobilien in den nächsten Jahren tendenziell eher noch aufstocken wollen. Es wird mehrheitlich die Meinung vertreten, dass sich die Immobilienpreise wohl auf einem hohen, aber aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung noch auf einem vertretbaren Niveau bewegen.

Abschliessend hält L. Rohner, PEKAM AG, fest, dass die berufliche Vorsorge in der Schweiz nach wie vor ein stabiles und funktionsfähiges System darstellt.

Alle PEKAM-Kassen dürfen als gesund und als fortschrittlich geführt eingestuft werden. Nichtdestotrotz gilt es, das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer kosteneffizienten, transparenten Pensionskassenführung weiter zu pflegen und allfällige strukturelle Schwachstellen im Finanzierungs- oder Leistungsbereich aktiv anzugehen und zu beheben.

Es war ein gelungener und animierter Schulungsanlass. Die vielen Teilnehmer zeigten sich offen und bereit, auch heikle Vorsorgefragen gezielt anzugehen und sich dabei das nötige Fachwissen anzueignen.

>> Ausbildungsveranstaltung vom 18. Juni 2010
 

Ausbildungsveranstaltung für Stiftungsräte

Zum 14. Mal führte die PEKAM AG am 18. Juni 2010 die Ausbildungs-veranstaltung für Stiftungsräte durch, diesmal wieder in der Krone Lenzburg. Die vielen Teilnehmer bestätigten, dass sich dieser Ausbildungstag zu einer wichtigen Plattform der Begegnung und der Information entwickelt.

Die Referate:

Prof. Dr. Manuel Ammann, Schweiz. Institut für Banken und Finanzen, Universität St. Gallen „Herausforderungen im Schweizer Vorsorgesystem“

Peter Zanella, eidg. dipl. Pensionskassen-Experte, Direktor Investment Consulting Towers Watson „Vergleich der Vorsorgeleistungen der SMI-Gesellschaften; Entwicklungen und Trends“

Philipp E. Bärtschi, lic. oec. HSG, CFA, Bank Sarasin & Cie. AG „Zyklischer Ausblick und Anlagestrategie”

Unter den Referenten und den Stiftungsratsmitgliedern besteht mehrheitlich die Ansicht, dass im Schweizer Vorsorgesystem ein Reformbedarf besteht. In diesem Zusammenhang ist z.B. die Solidarität unter den Generationen ein hochaktuelles Thema. Es stehen Fragen im Zentrum wie: Wer trägt das Risiko? Wer profitiert von Transfer-zahlungen? Sind die Geldflüsse gewollt oder handelt es sich um systemverzerrende Verschiebungen?

Auch das anschliessende Mittagessen bot ausgezeichnete Gelegenheit, sich in den behandelten Themen auszutauschen.

Hier einige Impressionen:

 

 

>> Abstimmung vom 7. März 2010 - Senkung Umwandlungssatz

Abstimmung 7. März 2010 Senkung Umwandlungssatz

Wir erhalten in letzter Zeit vermehrt Anfragen im Zusammenhang mit der eidgenössischen Abstimmung vom 7. März zur Senkung des Umwandlungssatzes in der privaten Vorsorge. Dieser Entscheid betrifft die gemäss dem Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) mindestens zu erbringenden Rentenleistungen. Von Interesse ist aber auch die Frage, wie die Sache konkret bei den von PEKAM verwalteten Pensionskassen aussieht und wie die Umstände von den entsprechenden Organen beurteilt werden. Nachstehend nimmt L. Rohner, Geschäftsführer der PEKAM AG, zu den häufigsten Fragen Stellung.

Um was geht es genau bei der Abstimmung vom 7. März 2010?

Die Stimmberechtigten werden entscheiden, wie viel Rente die künftigen Pensionierten erhalten sollen. Konkret geht es darum, dass der Mindestumwandlungssatz in der zweiten Säule – also der Prozentsatz, mit dem das angesparte Altersguthaben zum Zeitpunkt der Pensionierung in eine Jahresrente umgerechnet wird - bis zum Jahr 2016 auf 6.4 % gesenkt werden soll. Mit dieser Revision des Bundesgesetzes über die berufliche Vorsorge (BVG) will das Parlament seinen vor ein paar Jahren gefassten Beschluss nachbessern und die entsprechende Umsetzung zur Senkung beschleunigen. Die in der Vorlage vorgesehene Senkung berücksichtigt die steigende Lebenserwartung und die sinkenden Kapitalmarkterträge. Ausserdem wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die Rentner bei einer Sanierung nicht miteinbezogen werden können (garantierte Altersrenten) und somit keine Risikoträger sind. Wichtig ist auch zu wissen, dass bereits laufende Renten von der Neufestsetzung des Mindestumwandlungssatzes durch den Gesetzgeber nicht betroffen sind.

Ein Grossteil der von PEKAM verwalteten Vorsorgeeinrichtungen wenden heute bereits einen gegenüber dem BVG tieferen Umwandlungssatz (z.B. 6.4 %) an. Ist dies überhaupt erlaubt?

Ja. Es ist wichtig zu verstehen, dass sich die Abstimmungsvorlage einzig auf die Vorschriften des BVG bezieht, welche den Minimalstandard für Pläne der 2. Säule darstellen. Die Reglemente der verwalteten Vorsorgeeinrichtungen gehen jedoch deutlich über die minimalen BVG-Vorschriften hinaus. Wie die meisten autonomen Vorsorgeeinrichtungen weisen diese Vorsorgeeinrichtungen gegenüber dem Destinatär nur einen einzigen, sogenannt umhüllenden Satz für den Umwandlungssatz aus. Solche umhüllende Vorsorgeeinrichtungen müssen sicherstellen, dass die Leistungen im Versicherungsfall immer mindestens so hoch ausfallen wie vom BVG vorgeschrieben. Falls sie es als notwendig erachten, können diese Kassen einen tieferen Umwandlungssatz anwenden als gemäss BVG vorgeschrieben, solange die ermittelte Altersrente höher ausfällt als diejenige gemäss BVG-Schattenrechnung. Die von der PEKAM verwalteten Vorsorgeeinrichtungen haben alle eine grosszügige Ausgestaltung, weshalb es ohne weiteres möglich war, den Umwandlungssatz (Alter 65) auf ein gegenüber dem BVG tieferes Niveau zu senken und den Versicherten trotzdem eine Abdeckung zu bieten, welche den BVG-Minimalstandard klar übersteigt. Bei einzelnen Kassen wurden zudem einmalige Sonderzahlungen zu Lasten der Pensionskassenreserven vorgenommen um Einbussen auf den bereits angesparten Renten zu vermeiden.

Hat das Resultat der Abstimmung vom 7. März 2010 direkte Konsequenzen auf die von PEKAM verwalteten Kassen?

Nein. Den autonomen Vorsorgeeinrichtungen mit einer umhüllenden Struktur entstehen weder mit der Herabsetzung noch mit der Beibehaltung des gegenwärtigen Mindestumwandlungssatzes direkte Anpassungszwänge. Das Resultat der Abstimmung hat aber mit Sicherheit eine gewisse Signalwirkung auf Pensionskassen, welche die gestiegene Lebenserwartung und die veränderten langfristig zu erwartenden Kapitalerträge bisher nur ungenügend berücksichtigt haben. Sie werden bei einer Senkung des BVG-Umwandlungssatzes ihre technischen Grundlagen allenfalls kritischer überprüfen und anpassen.

Von was hängt eigentlich die Höhe des Umwandlungssatzes ab?

Im Wesentlichen sind es die zwei Parameter:

  • Biometrische Grundlagen wie Lebenserwartung, die Wahrscheinlichkeit, rentenberechtige (Ehe-)Partner beim Tod zu hinterlassen und Anzahl rentenberechtiger Kinder bei der Pensionierung
  • Langfristig erwarteter, durchschnittlicher Kapitalertrag auf den vorhandenen Vermögen

Und was ist nun das eigentliche Problem?

Es ist die Veränderung der o.g. Grundlagen, denn der Umwandlungssatz beruht insbesondere auf zwei massgeblichen Elementen: Der Lebenserwartung der Rentenbezüger sowie der geschätzten künftigen Rendite.

Gemäss neuesten Statistiken kann im Jahr 2015 ein 65-jähriger Mann damit rechnen, noch mehr als 20 Jahre zu leben; bei einer Frau sind es gut 23 Jahre. In den letzten Jahrzehnten ist die Lebenserwartung stetig gestiegen (im Schnitt um rund 1 Jahr alle 10 Jahre für einen 65-jährigen Mann). Da das angesparte Altersguthaben der zweiten Säule also immer länger ausreichen muss, ist die Senkung des Umwandlungssatzes ein nötiger Schritt.

Der zweite Grund ist die tiefere Renditeerwartung. Auf den Kapitalmärkten hat sich die Rendite risikoarmer Anlagen seit Beginn der Neunzigerjahre stetig verschlechtert. Um einen Umwandlungssatz von 6.4 % zu finanzieren ist immerhin eine Durchschnittsrendite von 4.3 % nötig. Gemessen an den aktuellen Renditen ist dies ein ziemlich hoher Wert. Als Vergleich: eine 10-jährige CHF-Obligation des Bundes bringt heute eine Rendite von ungefähr 2 %.

Die Kombination einer höheren Lebenserwartung mit tieferen Anlageerträgen führt dazu, dass der Anteil, welcher jedes Jahr als Rente ausbezahlt wird, zwangsläufig kleiner werden muss, will man eine Umverteilung zwischen den jüngeren und älteren Versicherten verhindern.

Die Organe der von PEKAM verwalteten Kassen haben die Umwandlungssätze mehrheitlich - wie oben erwähnt - zu einem früheren Zeitpunkt schon gesenkt. Wie ist dies im Nachhinein zu beurteilen?

Dies war umsichtig und richtungweisend. Es war insbesondere ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Sicherung der Renten und der finanziellen Stabilität der Kasse. Mit der Anpassung des Umwandlungssatzes wurde ein klares und ehrliches Bild der Situation gezeigt. Finanziell sicher ist eine Kasse nur dann, wenn sie die gegenüber ihren Versicherten eingegangenen Verpflichtungen realistischerweise erfüllen kann. Für die nachhaltige Entwicklung einer Pensionskasse ist es zentral, mit versicherungs- und finanzmarkttechnisch korrekten Eckwerten zu arbeiten.

Sollte sich die Situation einer Kasse wider Erwarten günstiger als angenommen entwickeln (bessere Kapitalerträge, günstigere biometrische Entwicklungen) würden die Überschüsse den Versicherten zugehen – sei es durch höhere Zinsgutschriften auf dem angesparten Kapital der aktiven Versicherten oder durch eine Erhöhung der laufenden Renten.

Was passiert, wenn die Vorlage am 7. März abgelehnt wird?

Eine Ablehnung der Vorlage würde zu einer noch stärkeren Besserstellung der Rentner gegenüber der arbeitenden Bevölkerung führen. Ist der Umwandlungssatz zu hoch angesetzt, erleidet die Kasse bei jeder Pensionierung einen Pensionierungsverlust, der letztlich von den aktiven Beitragszahlern gedeckt werden muss - beispielsweise über Nullverzinsungen oder Sanierungsbeiträge. Ein zu hoher Umwandlungssatz ist nicht fair gegenüber den erwerbstätigen Mitarbeitenden. Er führt zu kaum erfüllbaren Leistungsversprechen zulasten der heutigen Beitragszahler.

2. Februar 2010, L. Rohner

>> Pensionskassenporträt Holcim (Schweiz) AG

Die Holcim (Schweiz) AG mit den Kernbereichen Zement, Kies und Beton ist eine Tochtergesellschaft des weltweit tätigen Baustoffkonzerns Holcim Ltd. Sie beschäftigt als grösster inländischer Zementproduzent rund 1200 Mitarbeitende.

Die Pensionskasse der Holcim (Schweiz) AG wird von einem aus je sechs Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern zusammengesetzten Stiftungsrat geleitet. Die Verwaltung der Kasse obliegt der 1997 von den Pensions-
kassen des Holcim-Konzerns gegründeten Pekam AG, einem auf Dienstleistungen im Bereich der beruflichen Vorsorge spezialisierten Unternehmen. Ihre Dienstleistungen bietet die Pekam AG auch Vorsorgeeinrichtungen ausserhalb der Holcim-Gruppe an.

Die Beiträge der im Beitragsprimat geführten Pensionskasse der Holcim (Schweiz) AG werden im Durchschnitt zu 40 Prozent durch die Arbeit-nehmenden und zu 60 Prozent durch den Arbeitgeber getragen. Durch den Arbeitgeber werden zudem ausserreglementarische Leistungen im Rahmen der vorzeitigen Pensionierung finanziert.

Auf den 1. Januar 2008 senkte die Kasse den technischen Zinsfuss von 4.0 auf 3.5 Prozent bei entsprechender Aufstockung des Renten-Deckungs-kapitals. Gleichzeitig wurde der Umwandlungssatz von 6.8 auf 6.5 Prozent (Alter 65) reduziert. Die dadurch entstandene Schmälerung der bisher erworbenen Ansprüche wurde mit einer Einmaleinlage von 10 Prozent auf die Sparkapitalien ausgeglichen. Die finanziellen Aufwendungen dieser beiden Vorgänge belasten die Rechnung 2007 markant.

Bei Vermögenserträgen von 13.1 Mio. Franken (Performance 2 Prozent) schliesst die Betriebsrechnung 2007 mit einem Aufwandüberschuss von
29 Mio. Franken. 16.7 Mio. Franken gehen zulasten der Wertschwankungs-reserve, die restlichen 12.3 Mio. führen zur Auflösung der freien Mittel. Der Deckungsgrad der Kasse sank um über 6 auf 114 Prozent.

Text: Primin Hugentobler, Schweizer Personalvorsorge

>> Interview mit dem Stiftungsratspräsidenten Fritz Meier
     
Fritz Meyer   Funktion:
Mitglied der Geschäftsleitung
Leiter Human Resources Management Stiftungsratspräsident der Pensionskasse der
Holcim (Schweiz) AG
  Ausbildung:
Kaufm. Grundausbildung
Studium Fachhochschule
SKU
  Familie:
verheiratet, 3 erwachsene Kinder, 2-facher Grossvater
    Hobbies:
Musik, Lesen, Outdoor Aktivitäten
    Lebensmotto:
Das Gute wird sich über kurz oder lang durchsetzen!
 

Defensive Grundhaltung

Ihre Kasse hat das Gründungsjahr 1996. Die Wurzeln der beruflichen Vorsorge in Ihrem Unternehmen reichen weiter zurück. Können Sie uns diese ersten Entwicklungen näher erläutern?

Die heutige Holcim (Schweiz) AG ist aus dem Zusammenschluss und der Akquisition von bestehenden Firmen mit eigenen Vorsorgeeinrichtungen entstanden. Ferner war ein Teil der Beschäftigten beim Holcim Pension Fund, der Pensionskasse unseres Mutterkonzerns, versichert. Mit der Gründung unserer Pensionskasse konnten dann alle Mitarbeitenden in die gleiche Vorsorgeeinrichtung überführt werden.


Sie haben die Anlagestrategie im Jahr 2007 unverändert beibehalten. Welches waren Ihre Überlegungen? Welche Anpassungen haben Sie in der Zwischenzeit vorgenommen?

Während des Jahres 2007 bestand noch wenig Notwendigkeit die Anlagestrategie anzupassen. Die ab der zweiten Jahreshälfte abnehmende Performance wurde als vorübergehende Korrektur der Finanzmärkte eingeschätzt. Innerhalb der bestehenden Bandbreiten haben wir allerdings bereits damals, im Sinne einer defensiven Grundhaltung, in einem erheblichen Ausmass Aktien verkauft. Im Weiteren wurde inzwischen das Portfolio einer umfassenden Risikoanalyse unterzogen und es wurde ein neues Interventionslinienkonzept eingeführt. Wir haben heute eine Anlagestruktur, die risikogerecht ist und uns auch erlauben wird, an einer Erholung der Kapitalmärkte zu partizipieren. Wir dürfen zuversichtlich sein, denn durch die Bereinigung unserer technischen Grundlagen (technischer Zinssatz und Umwandlungssatz) wurden die Anforderungen an die Performance etwas reduziert.

Das Jahr 2008 wird eines der schwierigsten Jahre für die Pensionskassen werden. Wie erlebten Sie dieses persönlich? Wie beurteilen Sie es für Ihre Pensionskasse?

Ich war überrascht, wie schnell sich lokale Probleme in unserer globalisierten, vernetzten Welt zu einem Flächenbrand entwickeln können. Ebenso bin ich überrascht über die Ratlosigkeit der Experten und den Leichtsinn, mit dem undurchsichtige Finanzprodukte kreiert und gehandelt wurden. Es wurde mir bewusst, welche Verantwortung die Organe der Pensionskasse tragen und welche Sorgfalt und Professionalität notwendig sind. Im Vergleich mit anderen Pensionskassen konnten wir bisher unser Schiff erfolgreich durch den Sturm steuern.

Sie sind Präsident des obersten Organs Ihrer Kasse. Welchen Einfluss wird die aktuelle Finanzkrise auf die Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten des Stiftungsrats haben?

Die Krise hat dazu beigetragen, dass die Sinne geschärft werden, sowie die Aufmerksamkeit und die Vorsicht erhöht wurden. Die Einhaltung der Anlagepolitik und der neu definierten Interventionslinien hat höchste Priorität. Unsere Anlagekommission handelt im Rahmen dieser Richtlinien entschlossen aber nicht überstürzt und panisch. Ferner haben wir bereits damit begonnen, für den Fall einer Unterdeckung, die bis heute noch nicht eingetreten ist, Massnahmen vorzubereiten.

Auf den 1. Januar 2008 haben Sie den Umwandlungssatz von 6.8 auf 6.5 Prozent und den technischen Zinsfuss von 4.0 auf 3.5 Prozent gesenkt. Was bewog Sie zu diesen Änderungen?

Wir wollten die technischen Grundlagen der Pensionskasse in einer Zeit in Ordnung bringen, in der wir über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen. Unser guter Deckungsgrad hat uns erlaubt, die Konsequenzen der Reduktion des Umwandlungssatzes durch eine Einmaleinlage in die Sparkonten der Versicherten zu kompensieren.

Besten Dank für das Gespräch.

Interview: Anne Yammine

 

 
>> Ausbildungsveranstaltung vom 26. Juni 2009
 

Die vorgetragenen Referate von:

  • Herr Hanspeter Konrad, lic iur. Rechtsanwalt, Direktor ASIP "Vorsorgepolitische Lagebeurteilung"


  • Herr Michael Brandenberger, lic. oec. HSG, CEO Complementa AG "Das Azimut Deckungsgrad alleine reicht nicht aus"

  • Herr Philipp E. Bärtschi, lic. oec. HSG, CFA, Bank Sarasin & Cie AG "Zyklischer Ausblick und Anlagestrategie"

sind bei den Stiftungsräten auf grosses Interesse gestossen. Die Referenten verstanden es ausgezeichnet, die Themen praxisnahe und verständlich darzulegen.

Beim anschliessenden Mittagessen benutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich mit den Kollegen über die neuen Erkenntnisse auszutauschen.

Die Seminarunterlagen können bei der PEKAM AG, Frau S. Egli,
Tel. 062 889 85 06 bezogen werden.

Hier einige Impressionen:

 

 

 

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